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 NASF
 ten, zumal einige Referenten ebenfalls gar nicht ange- reist waren, sondern ihre Vorträge via Skype hielten. Der besondere Reiz solcher Veranstaltungen liegt nun mal auch in der Chance zum Networking, in direkten Kontakten und persönlichen Gesprächen.
Vielleicht hat das Guus Pastoor (AIPCE-CEP) da- zu bewogen, in seiner Eröffnungsrede an Thomas Robert Malthus‘ – heute heftig umstrittene – The- orie von 1798 zu erinnern, die die Zunahme der Weltbevölkerung einem geringeren Wachstum der
Guus Pastoor (AIPCE-CEP).
Derzeit sieht sich die globale Seafoodindustrie mit wachsenden Unsicherheiten und vielfältigen Herausforderungen konfrontiert.
Nahrungsmittelproduktion gegenüberstellt. In Mal- thus historischer Betrachtung nimmt das Befinden der Menschheit im gleichen Maße ab, wie die Po- pulation anwächst, die Ressourcen knapper werden und die Krankheitshäufigkeit zunimmt. Bei aller gebotenen kritischen Distanz zu dieser Jahrhun- derte alten Theorie entdeckte Guus Pastoor aber er- staunliche Parallelen zur heutigen Zeit, die von Un- sicherheiten und wachsenden Herausforderungen an die Seafoodindustrie geprägt ist. In Anbetracht der Klimafolgen der Landwirtschaft und der weiter wachsenden Weltbevölkerung ist die FAO zur Über- zeugung gelangt, dass die Meere in Zukunft eine grö- ßere Rolle bei der Proteinversorgung der Menschheit übernehmen müssen. Die Welternährungsorganisa- tion fordert, dass die Ozeane, hauptsächlich die ma- rine Aquakultur, in Zukunft sechsmal mehr Nahrung liefern soll als heute. Das entspricht annähernd zwei Dritteln des Mehrbedarfes an tierischem Protein, das nach Schätzungen der FAO für die gesunde Ernäh- rung der künftigen Weltbevölkerung benötigt wird.
Bekämpfung der IUU-Netzwerke erfordert weltweite Zusammenarbeit
Noel Clarke (Unilever), der seinen Vortrag über Skype hielt, bezweifelte jedoch, dass die geforder- te Produktionssteigerung allein ausreicht, um die drohende Versorgungslücke an Eiweiß zu schlie- ßen. Man müsse vielmehr darauf hinwirken, auch das Konsumverhalten und die präferierten Ernäh- rungsgewohnheiten der Verbraucher langfristig
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Gemessen
am Export- wert machen Seafoodpro- dukte weltweit gut die Hälfte (50,4%) des internationalen Handels mit tierischem Protein aus.
   Vergleich der weltweiten Top-Seafood-Export- und Importnationen
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